Indikationen

Das MedAustron Ionentherapiezentrum bietet die Beatrahlung mit Protonen und Kohlenstoffionen an (zusammenfassend als Partikel- oder Ionentherapie bezeichnet).

MedAustron arbeitet mit der neuesten Technik in der Präzisions-Ionentherapie basierend auf der Spot Scanning Technik. Der Großteil der technischen Funktionen wurde bereits erfolgreich in der klinischen Routine umgesetzt. MedAustron erweitert jedoch kontinuierlich seine technischen Möglichkeiten. Infolgedessen hat MedAustron derzeit mehrere Einschränkungen in der Behandlung einiger spezifischer Krankheitsstellen und Einheiten, die weltweit mit der Partikeltherapie behandelt werden. Im Laufe der Zeit werden diese Einschränkungen abgebaut und das gesamte Indikationsspektrum behandelt.

Im Folgenden sind die derzeit bei MedAustron behandelten Krankheitsbilder aufgeführt. Nicht alle Histologien sind notwendigerweise aufgelistet und Anfragen für individuelle Behandlungsmöglichkeiten sind jederzeit willkommen.

Bitte kontaktieren Sie uns, um mehr über die derzeit bei MedAustron behandelten bzw. für die Partikeltherapie geeigneten Krankheitsbilder zu erfahren:

patient@medaustron.at / +432622 26100-300

    Zentrales Nervensystem

    Die Mehrheit der pädiatrischen und viele ZNS-Tumore bei Erwachsenen (Gehirn und Wirbelsäule), die eine Strahlentherapie erfordern, werden mit der Partikeltherapie behandelt.

    Beispiele sind: Niedriggradige Gliome / Astrozytome, Zirbeldrüsen-Tumore, Craniopharyngiome, Hypophysen-Makroadenome, Meningeome, Gliome des optischen Apparates, Ependymome, Neurozytome, atypische teratoide und rhabdoide Tumore (ATRT), Tumore, die früher als PNET galten, Akustikusneurome (Vestibularis-Schwannome).

    Eine Re-Bestrahlung von rezidivierenden Hirntumoren nach Misserfolg einer konventionellen Strahlentherapie wird individuell geprüft.

    Hochgradige Gliome (Glioblastoma Multiforme, Grad IV) profitieren nur in wenigen Ausnahmen von der Partikeltherapie. Die Tumore des WHO Grades III werden individuell anhand von prognostischen Faktoren bewertet.

    Anmerkung: Tumore, die eine Bestrahlung der craniospinalen Achse erfordern (Medulloblastome u.a.), werden künftig behandelt, sobald die technologische Funktionalität dafür gegeben ist.

     

    Augen- und Orbitaltumore

    Die Protonentherapie ist eine etablierte Behandlungsmethode für Uvealmelanome und andere intraokuläre Tumore.

    Anmerkung: MedAustron ist im Begriff, ein eigenes Augentumorprogramm aufzubauen. Derzeit werden Patienten mit einer geeigneten Indikation an eine Einrichtung mit einer speziellen okulären Tumorstrahlführung überwiesen.

    Orbitaltumore: Die Partikeltherapie eignet sich insbesondere zur Bestrahlung von Tumoren und Krebsarten, die in der Augenhöhle entstehen oder in diese eingedrungen sind.

    Primäre Orbitaltumore: Tränendrüsenkarzinome (Adenoidzystische Karzinome), Lidkarzinome, Rhabdomyosarkome, Sehnervmeningiome

    Sekundäre Orbitalinvasion: Meningiome, Esthesioneuroblastome, Chordome, Nasennebenhöhlenkarzinome

     

    Schädelbasis

    Die Mehrheit der Tumore an der Schädelbasis, die für eine Strahlentherapie in Frage kommen, werden mit der Partikeltherapie behandelt: Chordome, Chondrosarkome, Hypophysenadenome, Schwannome (Neurome) verschiedener cranialer Nerven einschließlich Akustikusneuromen, Gliome der Sehbahn, Paragangliome, Esthesioneuroblastome, etc.

    Dazu gehören primäre HNO-Tumore, die sich bis in die Schädelbasis erstrecken: Nasennebenhöhlentumore, Adenoid-zystische Karzinome

    Eine Re-Bestrahlung nach Misserfolg einer konventionellen Strahlentherapie wird individuell geprüft.

     

    Wirbelsäulen- und paraspinale Tumore

    Primäre Wirbelsäulentumore: Beispiele sind Ependymome, Neurofibrome, ausgewählte Astrozytome, etc.

    Tumore des axialen Skeletts und in Paraspinalposition: Chordome, Chondrosarkome, Retroperitoneale und andere paraspinale Weichteilsarkome, Osteogene Sarkome, Ewing-Sarkome, Osteoblasome, rezidivierende Osteome, u.a.

     

    HNO Tumore

    Eine große Anzahl von bösartigen Tumoren, die in der HNO-Region auftreten, wie z.B.:

    1. Krebserkrankungen und Tumore der Nasennebenhöhlen mit oder ohne Einschließung der Schädelbasis und der Orbita.
    2. Krebserkrankungen und Tumore der Parotis und anderer Speicheldrüsen.
    3. Eine Re-Bestrahlung mit der Partikeltherapie nach Misserfolg eine konventionellen Strahlentherapie wird individuell betrachtet und kann auch andere HNO-Regionen, wie z.B. Kehlkopf und Rachen, umfassen.
    4. Die Kohlenstoffionen-Therapie ist speziell für bösartige Schleimhautmelanome, hochgradige Parotid-Karzinome und Re-Bestrahlung geeignet.


    Anmerkung: Krebsarten, die eine beidseitige Bestrahlung des gesamten Halses erfordern, werden derzeit durch die Kombination von Photonenbestrahlung mit Protonen-Boost behandelt.

     

    Thorax und Brust

    Anmerkung: Aufgrund der Atembewegungen des Brustkorbs und der inneren Thoraxorgane ist ein komplexes Bewegungsmanagement erforderlich, um die genaue Dosisabgabe bei der Spot Scanning-Technik der Partikeltherapie zu gewährleisten. Dieses befindet sich derzeit noch in der Entwicklung. Daher wird die Partikeltherapie derzeit nicht bei Brustkrebs, Lungenkrebs und Mediastinaltumoren angeboten.

    Allerdings werden bereits Tumore der hinteren Brustwand und des paraspinalen Bereichs sowie Tumore des unteren Halses / der Thoraxapertur behandelt. Beispiele: Sarkome, gutartige, aber aggressive Desmoid-Tumore und Fibromatosen, vereinzelte Rezidive des unteren Halses und der Thoraxapertur sowie des supraklavikulären Bereichs verschiedener Histologien (Brustkrebs, Lymphknotenrezidive etc.).

     

    Oberer Bauch

    Primärer Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom = HCC) oder in ausgewählten Fällen Lebermetastasen werden mit der Partikeltherapie behandelt.

    Bauchspeicheldrüsenkrebs: Indikationen sind randständige resezierbare Tumore, sowohl bei neoadjuvanten als auch bei definitivem Setting, lokal fortgeschrittener Bauchspeicheldrüsenkrebs (LAPC) und Bestrahlung des postoperativen Gebiets und der Lymphknoten nach einer Resektion. In ausgewählten Fällen bei lokalem Misserfolg / Rezidiv nach der Erstbehandlung.

     

    Becken

    Sarkome des Kreuzbeins und des Beckens: Chordome, Chondrosarkome, Osteosarkome, Ewing-Sarkome und Weichteilsarkome.

    Beckenseitenwand: Lokalisiertes Wiederauftreten an der Beckenwand ohne Anzeichen einer systemischen Erkrankung bei gynäkologischen und kolorektalen Tumoren.

    Prostatakrebs: Prostatakrebs mit niedrigem und mittlerem Risiko.Anmerkung: Hochrisikoreicher Prostatakrebs, der eine Bestrahlung des Beckenlymphknotens erfordert, wird Anfang 2020 angeboten.

     

    Sarkome

    Histologien: Osteogene Sarkome, Ewing-Sarkome, verschiedene Weichteilsarkome, Rhabdomyosarkome und gutartige, aber lokal aggressive mesenchymale Tumore (z.B. Neurofibrome, Desmoid-Tumore, Osteoblastome, etc.).

    Zu den Lokalisationen gehören Kopf und Hals, Schädelbasis, paraspinale Lokalisationen (axiales Skelett) und Kreuzbein / Becken sowie Thoraxwand und Extremitäten.

    Die Indikationen umfassen ausgewählte Fälle in der präoperativen Phase, postoperative Partikeltherapie mit oder ohne Resterkrankung oder Partikeltherapie bei inoperablen oder wiederkehrenden Erkrankungen. Die Anwendbarkeit der Protonen- oder Kohlenstoffionen-Therapie wird individuell bewertet.

     

    Pädiatrische Malignome

    Die Mehrheit der soliden Tumore im Kindesalter und bei jungen Erwachsenen, die im Rahmen des umfassenden Krankheitsmanagements eine Strahlentherapie benötigen, sind Kandidaten für die Partikeltherapie. In Fällen, in denen Patienten nach Studienprotokollen behandelt werden und wenn möglich, bleibt der Patient innerhalb dieses Protokolls. Die Behandlung wird nach dem Protokoll durchgeführt, wobei die Photonenstrahltherapie durch die Protonentherapie ersetzt wird (anwendbares Protokoll: Radiotherapie Behandlungsspezifikationen). Die Kohlenstoffionen-Therapie wird für inoperable osteogene Sarkome und inoperable Weichteilsarkome in Betracht gezogen.

    Die meisten Indikationen beinhalten (Liste nicht vollständig):

    1. Hirntumore (ZNS). Beispiele sind: Pilozytische Astrozytome, Neurozytome, Craniopharyngiome, andere niedrig- und hochgradige Astrozytome (Gliome), Ependymome, ATRT. Anmerkung: Tumore, die eine craniospinale Bestrahlung erfordern (Medulloblastome), werden ab Anfang 2020 in unserem Zentrum behandelt.
    2. Rhabdomyosarkome: insbesondere parameningeale Rhabdomysarkome, orbitale Rhabdomyosarkome, Beckensarkome, aber auch Extremitäten.
    3. Nicht-rhabdo Weichteilsarkome, Ewing-Sarkome, Osteogene Sarkome, Chordome und andere mesenchymale Tumore.
    4. Lymphome und Hodgkin-Lymphome nach individueller Beurteilung.Anmerkung: Das Mediastinale Hodgkin-Lymphom wird behandelt, sobald das Bewegungsmanagement der Atemwege etabliert ist.
    5. Andere seltene Entitäten nach individueller Bewertung.

     

    Re-Irradiation

    Die Re-Bestrahlung eines lokalen Rezidivs nach Misserfolg einer vorangegangenen Strahlentherapie ist eine anspruchsvolle und stark individuelle Situation. Die richtige Auswahl der Patienten ist entscheidend für das Verhältnis von Nutzen und Risiko. Im Allgemeinen sind die Auswahlkriterien: kurativer Ansatz, guter Behandlungsstatus, lokalisierte Erkrankung, mindestens 12 Monate seit der letzten Bestrahlung, kein Nachweis von Metastasen oder oligometastatischen Erkrankungen mit langfristiger Lebenserwartung.

     

    Kontakt

    Wir sind für Sie da:

    Rufen Sie uns unter +43 / 2622 / 26100 – 300 an oder schreiben Sie ein E-Mail an patient@medaustron.at.
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