Klinische Forschung

Wie können Erkrankungen besser behandelt werden? Erkenntnisse aus der klinischen Forschung können diese Frage beantworten.

Für uns ist es extrem wichtig, Evidenz für die Wirkung der Ionentherapie oder einzelner Therapiekonzepte zu generieren. Zu diesem Zweck laufen bei MedAustron zwei verschiedene Arten von Studien:

Registerstudie – für alle Patient*innen geeignet
Klinische Studien – krankheitsspezifisch

Wir bitten jede*n Patient*in, an der Registerstudie teilzunehmen. Die Teilnahme hat keinen Einfluss auf Dauer, Intensität oder sonstige Details der Behandlung, erlaubt uns aber, Daten zu sammlen, die zukünftigen Patient*innen zu Gute kommen.

Wenn Sie bereits an einer Externen Studie teilnehmen, können Sie dies auch während ihrer Ionentherapie beibehalten. Bitte informieren Sie uns in diesem Fall darüber.

Ziel von Studien:

Verbesserung der Therapie

Um einen Beitrag an der Verbesserung der Kenntnis von Krankheiten und Entwicklung neuer Behandlungsmethoden leisten zu können,

werden Patient*innen im Rahmen von klinischen Studien behandelt. Die klinische Forschung ist die Voraussetzung für die Sicherstellung und Weiterentwicklung einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung. In der krankheits- und patientenbezogenen Forschung spielt MedAustron eine wichtige Rolle. Im Rahmen der Patient*innenversorgung werden nicht nur aufwendig zu behandelnde Krankheitsfälle, sondern auch seltene oder komplexe Erkrankungen auf dem letzten Stand der Forschung behandelt.

Durchführung von Studienmaßnahmen im Rahmen von Registerstudie.
1 – 2
Durchführung von Studienmaßnahmen im Rahmen von Registerstudie.
Neurokognitiver Test im Rahmen einer Registerstudie.
2 – 2
Neurokognitiver Test im Rahmen einer Registerstudie.

Registerstudie

Ziel der Registerstudie ist die Erfassung aller Patient*innen, die eine Ionentherapie bei MedAustron bekommen, um die klinischen Ergebnisse (Therapieansprechen) und Nebenwirkungen der Therapie (Toxizität) zu dokumentieren.

Im Rahmen der Registerstudie werden prospektiv und standardisiert Daten zum routinemäßigen Therapie- und Krankheitsverlauf erfasst, sowie Akut- und Spätnebenwirkungen. Die daraus resultierenden Datenanalysen sollten eine kontinuierlich effektive und sichere Behandlung am MedAustron gewährleisten. Mit der Registrierstudie wird sichergestellt, dass die überwiegende Mehrzahl der Patient*innen (Ziel > 90%) einer prospektiven Datenerhebung der Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Partikeltherapie am MedAustron zugeführt wird. Sekundäre Ziele sind die Erfassung von der Lebensqualität vor der Behandlung und deren Veränderungen während der Therapie und im Langzeitverlauf. Zusätzlich werden soziodemographische Daten von Patient*innen erhoben, um den Einfluss der Therapie auf die Arbeitsfähigkeit, Erwerbstätigkeit, soziale Rekonvaleszenz und Rehabilitation zu untersuchen.

Klinische Studien

Was ist eine klinische Studie?

Eine klinische Studie ist eine systematische Erhebung von Patientendaten, die die Wirksamkeit und Sicherheit einer neuen medizinischen Behandlungsmethode untersucht. Eine Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein eines klinischen Prüfplans, der auch als Studienprotokoll bezeichnet wird. In diesem Protokoll wird neben der Dauer der Studie festgelegt, welche Kriterien für die Auswahl der Studienteilnehmer*innen gelten, welche Untersuchungen (z.B. Blutuntersuchungen) und Verfahren (z.B. bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie oder Computertomographie) durchgeführt werden sollen, welche Therapieform (Protonentherapie oder Kohlenstoffionentherapie) in welcher Dosierung verabreicht wird und wie die medizinische Betreuung nach Abschluss der Studie aussieht. Darüber hinaus werden die zu messenden Ergebnisse (Endpunkte) und die zu erhebenden Informationen beschrieben. Die typischen Endpunkte sind die Häufigkeiten von Nebenwirkungen, die einen Zusammenhang mit der Behandlung haben könnten und somit die Aussage über die Sicherheit beantworten, und die Angaben zur Erkrankungskontrolle, mit welchen die Wirksamkeit der Behandlung erfasst wird. Im Laufe einer Studie werden immer mehr Informationen über die Behandlungsmethode gewonnen, welche Risiken bestehen, wie gut sie wirken oder nicht wirken kann und wie sich die Behandlung auf verschiedene Aspekte der Lebensqualität auswirkt. Die Studien finden nach den Grundsätzen der Guten Klinischen Praxis statt, wie von den Behörden zum Schutz der Studienteilnehmer*innen vorgeschrieben.

Aktuelle klinische Studien bei MedAustron

  • PRLI
  • PARC
  • SACRO
  • PARTICLE-PATHY
  • SIOP-EP II
1 — 5

PRLI

Spot-Scanning Based Hypofractionated Proton Therapy for Low and Intermediate Risk Prostate Cancer (PRLI)

Diese prospektive Studie bewertet die Wirksamkeit und Sicherheit der hypofraktionierten Protonentherapie bei der Behandlung von Prostatakrebs mit mittlerem und niedrigem Risiko.

2 — 5

PARC

Preoperative, Proton- Radiotherapy Combined With Chemotherapy for Borderline Resectable Pancreatic Cancer (PARC)

Es handelt sich um eine offene Machbarkeitsstudie zur präoperativen Chemotherapie und begleitenden Chemo-Protonen-Therapie, gefolgt von einer Operation (wenn möglich) bei Patienten mit grenzwertig resektablem Bauchspeicheldrüsenkrebs.

3 — 5

SACRO

Sacral Chordoma: Surgery Versus Definitive Radiation Therapy in Primary Localized Disease (SACRO)

Diese Studie vergleicht Chirurgie versus definitiver Strahlentherapie bei primär lokalisiertem Sakralchordom

4 — 5

PARTICLE-PATHY

Particle-based Partial Tumor Irradiation of Unresectable Bulky Tumors (PARTICLE-PATHY)

In dieser Studie wird eine neuartige, kürzlich entwickelte unkonventionelle Strahlentherapietechnik angewandt, die aus drei hochdosierten Fraktionen besteht, die auf spezielle Segmente inoperabler voluminöser Tumoren gerichtet sind.

5 — 5

SIOP-EP II

An International Clinical Program for the Diagnosis and Treatment of Children With Ependymoma (SIOP-EP-II)

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Häufig gestellte Fragen

Zur Ionentherapie

Was ist die Ionen- oder Partikeltherapie?

Die Ionentherapie ist eine Form der Strahlentherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen. Zum Einsatz kommen dabei Protonen oder Kohlenstoffionen – beides sind geladene, massereiche Teilchen.

Woraus werden die Teilchen gewonnen?

Protonen werden aus Wasserstoffgas H2 gewonnen, Kohlenstoffionen aus Kohlendioxid CO2. Die physikalischen Eigenschaften von Protonen und Kohlenstoffionen sind ähnlich, doch weisen die Kohlenstoffionen eine deutlich höhere, sog. „biologische Wirksamkeit“ auf.

Ist die Ionentherapie für jede Krebsart geeignet?

Im Vergleich zur konventionellen Strahlentherapie mit Photonen ist die Partikeltherapie in der Lage, die Strahlenbelastung des angrenzenden gesunden Gewebes zu reduzieren und das Gewebe hinter dem Tumor fast vollständig zu schonen. Daher ist die Partikeltherapie eine ideale Behandlung für lokalisierte Tumore in der Nähe von strahlenempfindlichen Organen. Da stark wachsendes Gewebe empfindlicher auf Strahlung reagiert, eignet sich die Protonentherapie besonders für Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.

Forschungsfelder

Intrafraktionelle adaptive Strahlentherapie

Die Behandlung von sich bewegenden Zielvolumina mit gescannten Teilchenstrahlen ist seit langem ein wichtiges Forschungsgebiet in der Ionentherapie. Für die intrafraktionelle adaptive Strahlentherapie, d.h. bei Veränderungen während einer Bestrahlungsfraktion, liegt der Schwerpunkt der Untersuchungen im Bereich der medizinischen Bildverarbeitung, der vierdimensionalen Dosimetrie und bei speziellen Methoden in der Bestrahlungsplanung.

Interfraktionelle adaptive Strahlentherapie

Auch die interfraktionelle adaptive Strahlentherapie beschäftigt sich mit Positionsänderungen der Zielvolumina, wobei das Zeit Intervall der Bewegung größer ist, d.h. Veränderungen zwischen den einzelnen Bestrahlungstagen (Fraktionen). Behandlungsadaptionen basieren auf Magnetresonanzbildern, die Informationen zu morphologischen Änderungen und Veränderungen der Tumorcharakteristik liefern. Für die Bewertung und Weiterverarbeitung der einzelnen Bilder werden auch so genannte Deep Learning Ansätze verwendet.

Magnetresonanzgestützte Teilchentherapie

Forschung auf dem Gebiet der magnet-resonanzgestützten Strahlapplikation oder der Entwicklung einer Kombination aus Magnetresonanztomographie und Ionentherapie ist ein aufstrebendes Thema in der Strahlentherapie. Im Gegensatz zu Photonen wird in der Ionentherapie der Teilchenstrahl direkt durch das Magnetfeld beeinflusst. Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Dosisverteilung, auf dosimetrische Messungen und letztlich auf die Patientenbehandlung sind der Ausgangspunkt für eine magnetresonanzgestützte Teilchentherapie.

Bildgebung mit Ionenstrahlen

MedAustron bietet die Möglichkeit Protonencomputertomographie mit Energien von bis zu 800 MeV zu untersuchen. Solch hohe Protonenenergien werden in der Therapie nicht verwendet. Zur Reduktion der Reichweitenunsicherheiten im Bestrahlungsplanungsprozess, ist es von wesentlichem Interesse die Bestimmung der Energieabgabe der Teilchen zu verbessern.

Energieübertragungsmechanismen

Derzeit wird für die Behandlungsplanung in der Ionentherapie das Produkt aus absorbierter Dosis in Wasser mit einem biologischen Gewichtungsfaktor herangezogen. Für eine umfassende quantitative Beschreibung der biologischen Auswirkungen ist dieser Zugang jedoch nicht ausreichend. Daher werden mittels experimenteller Messungen mikrodosimetrische Spekteren auf-genommen, die den Grundstein für eine weitere Korrelation mit biologischen Daten darstellen.

Präklinische Forschung

Die präklinische Forschung fokussiert sich auf die Untersuchung von molekularbiologischen und immunologischen Vorgängen im Tumor und dessen Mikromilieu, welche maßgeblich zur Therapieresistenz des Tumors beitragen. Die Auswirkungen der Ionentherapie auf das Tumormikromilieu sind derzeit nicht bekannt und werden in adäquaten Sphäroid- und Xenograft-Modellen erforscht. Zusätzlich ist geplant, strahleninduzierte Vorgänge im Tumor mittels nicht-invasiven prä-klinischen Bildgebungsverfahren darzustellen und zu untersuchen.