MedAustron bietet zahlreiche Möglichkeiten zur klinischen Forschung. Diese reichen von der Grundlagenforschung über die translationale Forschung bis hin zur angewandten Forschung. Dabei sind die Radioonkologie, die medizinische Strahlenphysik und die Strahlenbiologie eng miteinander verbunden. Durch diese fächerübergreifende Forschung kann das Ziel einer deutlich erhöhten Tumorkontroll- und Überlebensrate mittels einer biologisch individualisierten, technologisch optimierten Strahlentherapie erreicht werden.
So sollen bei MedAustron nahezu alle Patienten im Rahmen klinischer Studien behandelt werden. Neue wissenschaftliche und technologische Erkenntnisse fließen direkt in die Behandlungskonzepte ein. Vorrangiges Ziel der klinischen Forschung ist es, innerhalb der kommenden Jahre klare medizinische Aussagen über die Vorteile der Ionentherapie bei speziellen Indikationen und zur vergleichenden Wirksamkeit von Protonen und Kohlenstoffionen machen zu können.
Folgende klinische Forschungsprogramme sind u. a. geplant:
Konsolidierte Indikationen zur Ionentherapie, d. h. der Vorteil der Ionentherapie gegenüber der konventionellen Radiotherapie ist bereits durch publizierte Daten belegt.
- Therapieoptimierung durch Dosis und Fraktionierungsstudien.
- Optimierung der Bildgebung zur Verifikation hypoxischer Tumorareale und Integration in die Bestrahlungsplanung.
- Optimierung der Bildgebung zur Verifikation des Tumoransprechens.
Prospektiv randomisierte Studien zur Sicherung der Datenlage – erwarteter höherer Behandlungserfolg.
- Indikationen, bei denen aufgrund der vergleichenden Bestrahlungsplanung und der vorliegenden Datenlage ein Vorteil der Ionentherapie zu erwarten ist, aber noch keine randomisierte Studien mit genügend hohen Fallzahlen vorliegen.
- Studien zur Gegenüberstellung der Wertigkeit von Operation versus primärer Ionentherapie bei lokalisierten Tumoren.
Prospektiv randomisierte Studien zur Sicherung der Datenlage – erwartete Reduktion der Nebenwirkungen.
- Langzeitstudien zur Untersuchung der Langzeitnebenwirkungen am Normalgewebe und an den umliegenden Risikoorganen.
- Langzeitstudien zur Untersuchung der Lebensqualität nach Hirnbestrahlungen.
- Langzeitstudien bezüglich des Risikos von radiogenen Zweittumouren.

