Modernste Technologie für Medizin und Forschung
Mit MedAustron entsteht eines der modernsten Zentren für Ionentherapie und Forschung in Europa, das sich auf die Behandlung von Krebs mittels Ionenstrahlen konzentrieren wird. Hochkomplexe, eigens entwickelte Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik werden im Kampf gegen Krebs eingesetzt. Dabei werden den Ärztinnen und Ärzten sowie den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern modernste Infrastruktur und umfangreiche technische Einrichtungen zur Verfügung stehen.
Die MedAustron Anlage wird einen Beschleunigerbereich, einen Therapiebereich sowie einen eigenen Forschungsbereich umfassen.
Der Therapiebereich ist mit drei Bestrahlungsräumen für die medizinische Therapie mit dazugehöriger Vor- und Nachsorge ausgestattet. Der Testbetrieb ab 2013 beginnt vorerst mit einem Behandlungsraum, welcher mit einem horizontalen Fixstrahl für Protonen und Kohlenstoffionen ausgerüstet ist. Danach wird ein zweiter Raum mit einem vertikalen und horizontalen Strahl zur Verfügung gestellt werden. Zum Vollbetrieb wird die so genannte Protonengantry – eine bewegliche Bestrahlungseinheit – in Betrieb gehen.
Im Beschleunigerbereich wird das Herzstück der Anlage stehen – ein kreisförmiger Teilchenbeschleuniger mit ca. 80 m Umfang, das Synchrotron. Dort werden die Ionen, die zuerst in den Ionenquellen erzeugt und in dem Linearbeschleuniger vorbeschleunigt worden sind, durch Magnetfelder auf ringförmigen Bahnen gehalten und auf bis zu 75 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Danach werden die Teilchen in den Extraktionslinien in jeweils einen der Behandlungsräume geführt.
Die nicht-klinische Forschung wird in einem eigenen Teil des Gebäudes angesiedelt sein. Sie wird sich auf die Grundlagenforschung der Strahlentherapie, der Radiobiologie und der Strahlenphysik konzentrieren. Für diese nicht-klinische Forschung wird ein eigener Bestrahlungsraum mit Horizontalstrahl, der geeignet gesteuert werden kann, zur Verfügung stehen, in dem mit einer Protonenenergie von bis zu 800MeV gearbeitet werden kann. Außerdem können auch die medizinischen Bestrahlungsräume außerhalb des klinischen Betriebs für die nicht-klinische Forschung verwendet werden. Die Teilchenstrahlen werden für diesen Forschungszweck während der Nacht und des Wochenendes nach der Patientenbehandlung genutzt werden. Den Forschern stehen unter anderem auch ein Chemielabor und ein Strahlenbiologielabor zur Verfügung.
Dr. Kurt Hübner (Vorsitzender des technischen Beirates)
„Das Herz von MedAustron wird ein von einem Linear-Beschleuniger gespeistes Synchrotron mit einem Durchmesser von ca. 25 Meter sein. Modernste Technik für innovative Therapie – damit wird MedAustron einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung von Krebs leisten.“

