Ionentherapie

Bei MedAustron wird eine innovative Form der Strahlentherapie (Ionentherapie) unter Verwendung von Protonen und Kohlenstoffionen angeboten.

SchneemannDiese ist im Vergleich zur herkömmlichen Strahlentherapie für das umliegende, gesunde Gewebe schonender. Durch die Ionentherapie ist es möglich, die Strahlenbelastung des vor dem Tumor gelegenen gesunden Gewebes zu senken und das hinter dem Tumor gelegene Gewebe fast völlig zu schonen. Daher ist die Ionentherapie eine optimale Behandlung von Tumoren in der Nähe von strahlenempfindlichen Organen, wie zum Beispiel dem Gehirn und dem Rückenmark, den Augen, der Leber und der Lunge.

Da Gewebe, das sich im Wachstum befindet, strahlenempfindlicher ist, eignen sich Protonen besonders für Kinder und Jugendliche. Im Mittelpunkt steht dabei die Senkung des Spätfolgenrisikos durch bessere Schonung von gesundem Gewebe. Hierzu gehören z.B. Hormon- und Wachstumsstörungen sowie die Senkung des Zweittumourrisikos.

Die in der Ionentherapie verwendeten Protonen sind die positiv geladenen Kerne von Wasserstoffatomen. Sie haben eine andere physikalische Art der Wechselwirkung mit dem Gewebe im Vergleich zur herkömmlichen Strahlentherapie mit Photonen (Gammastrahlung, Röntgenstrahlung) oder Elektronen. Wegen der Schonung des Normalgewebes können mit der Ionentherapie auch höhere Bestrahlungsdosen verwendet werden. Dabei konzentriert sich die Bestrahlung exakt auf das erkrankte Gewebe und das Normalgewebe wird weitgehend ausgespart oder nur mit einer niedrigen Dosis belastet.

BestrahlungEine weitere Behandlungsform der Ionentherapie ist jene mit Kohlenstoffionen. Diese haben eine etwa dreimal höhere biologische Wirksamkeit als Protonen. Sie lassen sich auch tief im Gewebe noch millimetergenau steuern und sind in der Krebstherapie bestimmter Tumoren gegenüber Protonen überlegen. Daher ist die Kohlenstoffionentherapie besonders geeignet für Knochen- und Weichteiltumoure in der Nähe strahlensensibler Organe, langsam wachsende Tumore, sauerstoffarme Tumore oder Lokalrezidive nach herkömmlichen Strahlentherapien. Erfolgversprechende Studien haben gezeigt, dass damit auch Tumore, die gegenüber der herkömmlichen Strahlentherapie weitgehend resistent sind, in vielen Fällen behandelbar werden.

Damit bekommt der Kampf gegen Krebs eine neue, hoffnungsvolle Dimension.