Errichtung

Die EBG MedAustron GmbH realisiert in Wiener Neustadt eines der modernsten Zentren für Ionentherapie und Forschung in Europa. Mitte März 2011 fand dazu die Grundsteinlegung statt.

ErrichtungAuf Grund der gesetzlichen Vorgaben musste das Bauvorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Verfahren) unterzogen werden, da das Herzstück der Anlage, der Teilchenbeschleuniger mit einer Strahlenenergie von mehr als 50 Megaelektronenvolt (MeV) arbeitet. Nach erfolgreicher Prüfung und Erteilung der behördlichen Genehmigung für das Vorhaben in 2010 wurde im März 2011 mit dem Bau des Zentrums begonnen. Mit der Fertigstellung des Gebäudes wird mit Herbst 2012 gerechnet. Danach kann mit der Installationen des Teilchenbeschleunigers sowie der medizintechnischen Anlagen begonnen werden. Dabei erfolgt die Planung und Entwicklung des technischen Herzstückes der Anlage, des Teilchenbeschleunigers (Synchrotron), in Kooperation mit der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN), dem größten Institut für Teilchenphysik der Welt. Die Auslegung des Behandlungs- und Forschungszentrums wurde in enger Zusammenarbeit mit einem Team aus Ärztinnen und Ärzten sowie Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus den Bereichen medizinischen Strahlentherapie sowie klinischen und nicht–klinischen Forschung erarbeitet und in das Gesamtkonzept integriert. Für die Behandlung der Patienten stehen neben modernsten radiologischen Apparaten 3 Bestrahlungsräume für die Ionentherapie zur Verfügung, wobei in einem der Räume eine Protonengantry installiert wird, um Tumore aus allen Richtungen optimal bestrahlen zu können. In einem hochkomplexen Rechenzentrum werden die Medizinphysiker die aufwendigen Bestrahlungsplanungen gemeinsam mit dem Ärzteteam durchführen.

Die nicht-klinische Forschung wird sich mit medizinischer Strahlenphysik, Strahlenbiologie und Experimentalphysik beschäftigen, wobei vorgesehen ist, diese Aktivitäten nach den Patientenbehandlungen während der Nacht und während des Wochenendes zu betreiben. In einem eigenen Bestrahlungsraum werden diese Forschungen durchgeführt werden können.

Der Probebetrieb für die Anlage ist ab 2013 vorgesehen. Ab 2015 sollen die ersten Behandlungen mit Patientinnen und Patienten ambulant durchgeführt werden. Im Vollbetrieb des Zentrums profitieren jährlich bis zu 1.400 Menschen von internationaler Spitzenmedizin.